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Hier finden Sie die Beschreibungen der Vorträge zur Pro Juventute Akademie Fachtagung 2020
»WILL NUR NOCH SCHNELL DIE WELT RETTEN« – was wir (nicht) tun können um Kinder und Jugendliche in ein gelingendes Leben zu begleiten.


Tristan Horx

»Living for Future« oder »Über die Zuversicht als Lebenskraft« 

Wenn wir die Zukunft gestalten wollen, müssen wir verstehen, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt. Kind – Erwachsener – Pensionist: Diese veraltete Vorstellung von den Generationen bildet den Zeitgeist nicht mehr adäquat ab. Heute erkennen wir mehrere, intensivere Lebensabschnitte, die für alle Altersgruppen relevant sind.

Tristan Horx

  • Trendforscher
  • Podcast-Host
  • Sprecher und Autor am Zukunftsinstitut
  • Dozent an der SRH Hochschule Heidelberg

www.horx.com


Dr. phil. Ernst Fritz-Schubert

 Lernziel Wohlbefinden

Glück kann man lernen. Kinder und Jugendliche sollen in einer Umgebung von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen dürfen und mit unserer Hilfe ihre eigenen, familiären und kulturellen Stärken entdecken. Wie können wir unsere Kinder unterstützen, einen Sinn im Leben und im Lernen zu entdecken, eigene Ziele zu formulieren, um schlussendlich ihren Platz in der Gesellschaft zu finden?

Dr. phil. Ernst Fritz-Schubert, Dozent an der Universität Kassel und an der SRH Hochschule in Heidelberg, findet darauf Antworten und erläutert, wie traditionelle Bildungsinhalte durch Lernziele wie seelisches, körperliches und soziales Wohlbefinden ergänzt werden können.

Dr. phil. Ernst Fritz-Schubert

  • Dozent an der Universität Kassel und an der SRH Hochschule in Heidelberg
  • Als ehrenamtlicher Direktor leitet er das nach ihm benannte Fritz-Schubert-Institut, das Methoden zur Persönlichkeitsstärkung erforscht und entwickelt.

www.Fritz-Schubert-Institut.de


Mag. Karin Schmidsberger, BEd.

Ist Resilienz trainierbar?

Unter Resilienz verstehen wir die psychische Widerstandskraft. Anders ausgedrückt: Resilienz ist das, was Kinder stark macht. Was aber, wenn die Steine auf dem Lebensweg deutlich größer sind? Der Rucksack, den es zu tragen gilt, größer und schwerer, als es gemeinhin der Fall ist? Und was, wenn am Beginn des Lebens niemand da war, zu dem das Kind Vertrauen aufbauen konnte, um zuversichtich in die Welt hinaus zu gehen? – In diesem Vortrag werden einige Faktoren beleuchtet, um pädagogische Fachkräfte in die Lage zu versetzen, betroffene Kinder bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben zu unterstützen, indem sie deren Resilienz gezielt fördern.

Mag. Karin Schmidsberger, BEd.

  • Fast drei Jahrzehnte im pädagogischen und nahezu zwanzig Jahre im psychologischen Bereich tätig
  • Schwerpunkt in der Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie beinhaltend Diagnostik, Beratung und Behandlung
  • Umfangreiche Expertise im psychosozialen Bereich
  • Trainerin für Neue Autorität und Traumafachberaterin

www.1a-psychologie.com


Dr. Ute Karin Höllrigl

Können wir verändern? Wie, Was und Wen?

»Verändere dich selbst und du veränderst die Welt« Dieses Credo hinterließ uns Mahatma Gandhi.

C.G. Jung erforschte uns dazu einen heilenden Prozess der unserer Tiefe eingeprägt ist und, der eine eigentliche Wandlung und Entwicklung bewirken kann – wird er uns bewusst! Wir erkennen ihn kollektiv in der Natur, in den Märchen und Religionen, individuell in unseren Träumen, die diesen heilenden Weg an uns herantragen. Unsere Wunden und Wunder wollen darin mit dem Blick des Herzens erkannt, angenommen und verbunden werden. Dieses schöpfend und heilend versuchen zu begleiten, soll das Anliegen unserer Begegnung sein.

Wir wollen versuchen, zu verstehen und die Krise und Wunde als Urstoff einer möglichen Wandlung zu begreifen und zu begleiten.

Dr. Ute Karin Höllrigl

  • Studium der Rechtswissenschaften in Graz
  • Praxisjahre auf dem Gericht, in der Wirtschaft und als stellvertretende Jugendanwältin in der Schweiz, dreijähriges Pilotprojekt im Gefängnis
  • Beginn des Studiums und Diplomabschluss am C.G. Jung Institut Zürich
  • Arbeit als analytische Psychologin in der Schweiz und in Österreich
  • Lehranalytikerin am C.G. Jung Institut Zürich

www.ute-karin-hoellrigl.at


Prof. Dr. med. Luise Reddemann

Traumaheilung – Hoffnung oder Illusion? 

Trauma heißt Wunde. Wie jeder weiß, heilen Wunden, vor allem bezogen auf die Schwere der Verletzung, vollständig oder mit Narben oder manchmal gar nicht. Das Gleiche gilt für seelische Wunden. Es gibt aber auch die Möglichkeit von Besserung und Linderung. Linderung ist immer möglich, Besserung häufig und Heilung selten. Dies wird im Vortrag in Bezug auf verschiedene Psychotraumata und deren Folgen genauer ausgeführt.

Prof. Dr. med. Luise Reddemann

  • Honorarprof. für Psychotraumatologie an der Universität Klagenfurt
  • 19 Jahre lang leitende Ärztin einer psychosomatischen Klinik mit Schwerpunkt  auf Behandlung von schwer traumatisierten Menschen
  • Entwickelte die »Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie«, einen achtsamkeits- und mitgefühlorientierten Ansatz

www.luise-reddemann.de


Prof. Dr. phil. habil. Menno Baumann

Von der Kompetenz, ein »Systemsprenger« zu sein – Grundlagen der Arbeit mit HochRisiko-Klientel

In nahezu allen pädagogischen, psychiatrischen und juristischen Kontexten sind sie bekannt: Junge Menschen, die von pädagogischen Angeboten offenbar nicht erreichbar erscheinen, die aufgrund schwieriger Verhaltensweisen aus diversen Einrichtungen wieder entlassen oder der Schule verwiesen werden oder wurden und sich allzu oft in einer Pendelbewegung zwischen verschiedenen (Jugend-) Hilfeformen, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, verschiedenen Schulformen sowie der Straße und/oder der Jugendgerichthilfe/ dem Jugendstrafvollzug befinden.

In dem Vortrag werden wichtige Grundlagen aus der Forschung zu diesem Themenbereich erarbeitet. Dabei steht zentral im Mittelpunkt, wie Hilfesysteme mit der Eigenlogik kindlicher (Über-)lebensstrategien so interagieren, dass am Ende Hilflosigkeit und Perspektivlosigkeit stehen.

Darauf aufbauend werden Möglichkeiten gezeigt, wie pädagogische Arbeit als passgenaue Angebote entwickelt werden kann und was dies für Fallsteuerung, Krisenmanagement und Umsetzung im pädagogischen Alltag bedeuten kann.

Prof. Dr. phil. habil. Menno Baumann

  • Dozent an der Leinerstift Akademie GmbH
  • Bereichsleiter beim Leinerstift e.V., Evangelische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Professor für Intensivpädagogik an der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf
  • Leiter des Forschungsprojektes »Kinder, die Systeme sprengen« an der CvO Universität Oldenburg
  • Weiterbildungen in systemischer Diagnostik, Theaterpädagogik und Psychodrama

www.leinerstift-akademie.de

Wolfgang Schmidbauer

Die hilflosen Helfer – Burnout und die Freude am Beruf

Die ironische Frage: »Wie werden aus klugen Kindern dumme Erwachsene?« lässt sich mit mehr Ernst in die Frage verwandeln: »Wie werden aus begeisterten Berufsanfängern in Pflege und Erziehung mürrische Routiniers, die nur noch an den nächsten Urlaub denken?« Die Widerstandskraft gegen Burnout hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sich auf der einen Seite mit der Entwicklung des Selbstgefühls vom primitiven zum reifen Narzissmus verbinden lassen, auf der anderen aber auch in einem Mangel an Aufmerksamkeit für die Belange der helfenden Berufe in der Gesellschaft wurzeln.

Wolfgang Schmidbauer

  • Mitgründer eines psychoanalytischen Instituts mit starker Akzentuierung von gruppen- und familientherapeutischen Elementen
  • Arbeitet in München als Lehranalytiker (DGPT) und Lehrsupervisor (DGSv)
  • 1986 Gastprofessor für Psychoanalyse an der Gesamthochschule Kassel
  • Ehrenmitglied der Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse (MAP)
  • Autor und Kolumnist

www.wolfgang-schmidbauer.de

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