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Spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen
26.05.2022
6 Vortragende
Präsenz
Anmeldung & Informationen
Kursnummer
L9/22
Dauer
10 Module, gesamt 24 Tage
Termine
Modul 1: 26. – 28.05.2022
Modul 2: 22. – 23.09.2022
Modul 3: 18. – 19.11.2022
Modul 4: 22. – 24.02.2023
Modul 5: 24. – 25.03.2023
Modul 6: 15. – 16.04.2023
Modul 7: 28. – 30.09.2023
Modul 8: 24. – 25.11.2023
Modul 9: 02. – 03.03.2024
Modul 10: 06. – 07.06.2024

Tag 1 jeweils 10:00 – 17:30 Uhr; Folgetage 9:00 – 16:30 Uhr
Ort
Hotel Untersberg, Dr. Friedrich Ödlweg 1, 5083 St. Leonhard
Kosten
€ 4.380,– p. P. inkl. 10 % MwSt.
Ratenzahlung
drei Raten zu je € 1.460,–
1. Rate bis zum  20.05.2022, 2. Rate bis zum 20.04.2023, 3. Rate bis zum 20.03.2024
Anmeldeschluss
23.05.2022
Rose-Marie Wellek-Mestian BA, MSc
  • systemische Psychotherapeutin
  • spezielle Traumatherapie (DeGPT)
  • spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen
  • Therapeutin in Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
  • EMDR-Supervisorin für Erwachsene, Kinder und Jugendliche
Dr. Patrick Fornaro
  • Diplompsychologe, psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis, Traumatherapeut (DeGPT)
  • zertifizierter Trainer und Supervisor für traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT)
  • stellvertrender Vorsitzender von "trauma.help – Deutsches Traumakompetenznetz"
  • früherer stellvertretender Leiter der Traumaambulanz an der Universität Eichstätt-Ingolstadt
Dr.in Simone Lindorfer
  • Diplompsychologin
  • systemische Familientherapeutin
  • Traumatherapeutin u.a. für Kinder und Jugendliche
  • Coachin/Supervisorin für Fachkräfte in Konfliktgebieten
  • Diplomtheologin
  • internationale Beraterin für psychosoziale Traumaprojekte
Peter Niederhuber
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (TP)
  • EMDR-Therapeut und Supervisor für Kinder und Jugendliche (EMDRIA)
  • spezielle Psychotraumatologie für Kinder und Jugendliche (DeGPT)
  • EGO State Therapie (ESTI-DE Deutschland, ESTI International)
  • systemischer Therapeut (IGST Heidelberg)
Dipl.-Psych.in Mag.a theol. Dorothea Weinberg
  • Diplompsychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
  • Magistra der evangelischen Theologie
  • Ausbildungen in personenzentrierter Psychotherapie für Kinder und Erwachsene sowie Psychodrama für Kinder
  • PP, KJP, Dozentin, Supervisorin
  • Fachbuchautorin zum Thema Traumafolge- und Bindungsstörungen
Dipl-Psych.in Sylvia Wunderlich
  • psychologische Psychotherapeutin
  • Verhaltenstherapeutin
  • Traumatherapeutin für Erwachsene, Jugendliche und Kinder
  • Arbeitschwerpunkt: akute Traumatisierungen, Berufsunfälle und die Kombination von Traumafolgestörungen und körperlichen Ereignisfolgen

Warum Traumatherapie für Kinder?

Das Ausmaß kindlicher Reaktionen auf belastende und traumatische Ereignisse wurde jahrelang auch von Fachpersonen massiv unterschätzt

Immer deutlicher werden die Zusammenhänge zwischen belastenden und traumatischen Kindheitserfahrungen und der Entwicklung psychischer, körperlicher und sozialer Störungen im weiteren Leben. In der Erforschung der Auswirkungen von belastenden Kindheitserfahrungen kamen Forscher in der ACE Study (Adverse Childhood Experience) zu dem Ergebnis, dass belastende Kindheitserfahrungen die Hauptdeterminanten für Gesundheit und soziales Wohlergehen sind.

Der Begriff Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Verletzung".  Das Fachgebiet der Psychotraumatologie befasst sich mit der Entstehung, dem Verlauf und der Behandlung von seelischen Verletzungen, die in Folge eines extrem belastenden Lebensereignisses aufgetreten sind.

Die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung von Kindern und Jugendlichen unterscheiden sich deutlich von denen der Erwachsenen.

Besonderheiten Kinder-traumatherapeutischen Vorgehens sind, dass der Behandlungsprozess aktiver und gleich flexibler gestaltet werden muss.

Die Bedeutung von Bezugspersonen muss beachtet werden und mit Vermeidungstendenzen sollte konstruktiv umgegangen werden.

Inhalt:

  • Grundlagen und Besonderheiten der Traumtherapie mit Kindern und Jugendlichen
  • Ressourcen- und Stabilisierungsmethoden
  • spezielle Diagnostik für Kinder und Jugendliche
  • Krisenintervention
  • Traumabearbeitungsmethoden für non-komplexe und chronifizierte PTBS; EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), TV-KTV (traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie), TST (traumaspezifische Spieltherapie nach Dorothea Weinberg) werden vermittelt.
Modul 1: Theoretische Grundlagen  

Einführungskurs mit Rose-Marie Wellek-Mestian (3 Tage)

In diesem Modul werden theoretische Grundlagen, Diagnostik und Therapie von Traumafolgestörungen bei Kindern und Jugendlichen vermittelt.

  • Diskussion der diagnostischen Kriterien
  • praktische Vermittlung von traumaspezifischen Diagnose- und Behandlungsverfahren
  • Überblick über den aktuellen Stand der Forschung im Bereich Trauma, mit Bezug auf Metaanalysen und Guidelines
  • Maßnahmen zur Verhinderung erneuter Viktimisierung
  • Vermittlung relevanter juristischer Grundkenntnisse
Modul 2: Affektregulation und Ressourcenaktivierung

mit Rose-Marie Wellek-Mestian (2 Tage)

In diesen Lerneinheiten sollen Fachwissen und dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechende therapeutische Techniken vermittelt werden, die es erlauben eine tragfähige therapeutische Beziehung aufzubauen und den Patientinnen helfen sich zu stabilisieren, indem sie ihre Emotionen besser erkennen und regulieren und ihre Ressourcen aktivieren können.

Methoden zur Beziehungsgestaltung, insbesondere bei interpersoneller Traumatisierung und  Techniken zur Förderung der Affektregulation und Ressourcenaktivierung werden vermittelt und praktisch erprobt. Besonderheiten klinischer Symptomatik (kulturspezifischer Krankheitsausdruck, genderspezifische transkulturelle Aspekte) und Krankheitskonzepte/Therapieerwartungen werden vermittelt.

Modul 3: transkulturelle Kompetenz, Krisenintervention

mit Simone Lindorfer und Sylvia Wunderlich (2 Tage)

Besonderheiten klinischer Symptomatik

  • Krankheitsausdruck
  • genderspezifische transkulturelle Aspekte
  • unterschiedliche Konzepte von "Kindheit" und "Trauma"
  • Therapieerwartungen im Hinblick auf Erfahrungen mit Migration und/oder Flucht

Krisenintervention

  • Spezifische Anforderungen bei Kriseninterventionen vor Ort hinsichtlich Lageeinschätzung, Interventionen und Besonderheiten in bestimmten Kontexten ( z. B. Suizidalität)
  • Überblick über die nosologischen Konzepte und die Diagnostik akuter Traumafolgen nach ICD-11 und DSM-5
  • AWMF-S2-Leitlinie "Diagnostik und Behandlung von akuten Folgen psychischer Traumatisierung"
  • Psychoedukation als wesentliche Methode der Arbeit im Frühstadium wird für die verschiedenen Altersgruppen vorgestellt.
  • Grundlagen der Gesprächsführung mit akut Betroffenen und deren Bezugspersonen sollen vorgestellt und geübt werden; besondere Beachtung finden dabei die Ressourcenidentifikation und -aktivierung zur Unterstützung natürlicher Verarbeitungsprozesse
  • Kenntnisse über prä- und posttraumatische Schutz- und Risikofaktoren werden vermittelt; Screening und prognostische Einschätzung hinsichtlich der Entwicklung von Traumafolgestörungen bei Kindern und Jugendlichen, gegebenenfalls aber auch bei deren Bezugspersonen werden in den Kontext der Arbeit eingeordnet; weiters wird ein Überblick über Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten betroffener Kinder und Jugendlicher und deren Bezugspersonen vermittelt
Modul 4: Behandlung einfacher (non-komplexer) PTBS – EMDR

mit Rose-Marie Wellek-Mestian und Peter Niederhuber (3 Tage)

1. evidenzbasiertes Verfahren (24 AE)

Die Methode EMDR wird nach den Vorgaben des Lehrbuchs Shapiro (2018) und kindgemäßen Anpassungen nach Hensel (2007) gelehrt.

  • Entstehungsgeschichte
  • Menschenbild
  • Störungsmodell (AIP, Gedächtnisrekonsolidierung)
  • Therapietheorie
  • Therapieprinzipien
  • Forschungsergebnisse (Wirkfaktoren, Neurobiologie)
  • Standardprotokoll
  • altersadaptiertes Standardprotokoll
  • Anwendung bei unterschiedlichen Klientengruppen (Flüchtlinge, mentale Beeinträchtigung, Bezugspersonen, ...)
  • Veranschaulichung durch Therapievideos aus den verschiedenen Altersgruppen (0-3, 4-6, 9-12 und 13-17 Jahre)
  • Supervision und Behandlungsplanung

Als didaktische Methoden kommen neben der Veranschaulichung mithilfe von Powerpoint-Präsentation und konkreten Praxisbeispielen (Fallgeschichten, Lehrvideos) auch Kleingruppenübungen, Gruppendiskussionen und Gruppenarbeit zum Einsatz.

Modul 5: Behandlung einfacher (non-komplexer) PTBS TV-KVT

mit Patrick Fornaro (2 Tage)

In diesem Workshop werden die traumaspezifischen Basistechnikender TF-KVT vorgestellt und eingeübt. Dazu gehört eine altersgerechte Psychoedukation über traumatische Ereignisse, PTBS und das Behandlungsrational. Den zentralen wirksamen Bestandteil der Therapie stellt das Entwickeln eines Traumanarrativs dar (Exposition in sensu), in dem die Betroffenen die traumatischen Erfahrungen mit Unterstützung der Therapeutin besprechen und aufschreiben. Das Narrativ bietet den Ausgangspunkt für das Auffinden und Verändern von hinderlichen und schmerzlichen Überzeugungen über sich, andere und die Welt (kognitive Verarbeitung und Bewältigung dysfunktionaler Kognitionen). Manche Kinder und Jugendliche benötigen überdies Unterstützung bei der In-vivo-Bewältigung von traumatischen Erinnerungen oder Schlüsselreizen. Der letzte Teil der Behandlung betrifft die Verbesserung von künftiger Sicherheit, die Förderung der weiteren Entwicklung und die Rückfallprophylaxe

Modul 6: Behandlung einfacher (non-komplexer) PTBS TST 

mit Dorothea Weinberg (2 Tage)

Die einleitende Theorie-Präsentation stellt das traumapsychologische Konzept, das der tSt zugrunde liegt, dar. Der Schwerpunkt dieses Wochenendes liegt auf der Erarbeitung der traumabezogenen Spieltherapie tSt. Diese wird anhand von Videodemonstration, Konzeptarbeit, Workshops und konkreten Demonstrationen von Therapeutenverhalten anhand der fishpool-Technik erarbeitet und anwendungsreif angeeignet.

Die methodischen Bestandteile der tSt sind unter anderem:

  • Aufbau guter innerer Instanzen
  • Bau-dir-Instruktion
  • Arbeit mit nicht endenden aggressiven Spielen
  • Aufbau von Sicherheit im Therapiezimmer
  • gezielte Arbeit mit Spaltungen
  • Arbeit mit dem Todesthema
Modul 7: Behandlung von chronischer PTBS – EMDR

mit Rose-Marie Wellek-Mestian und Peter Niederhuber (3 Tage)

  • Diagnostik komplexer PTBS – kPTBS
  • Behandlungsplanung komplex traumatisierter Kinder und Jugendlicher
  • schonende Aktualisierung, Kennenlernen verschiedener Methoden
  • Prozessierung
  • Arbeit mit Narrativen
  • MASTR-Manual
  • Arbeit mit Pflege und Adoptiveltern von Kindern und Jugendlichen mit komplexen Symptomen nach interpersoneller Gewalterfahrungen
  • Supervision und Behandlungsplanung

Als didaktische Methoden kommen neben der Veranschaulichung mithilfe von Powerpoint-Präsentation und konkreten Praxisbeispielen (Fallgeschichten, Lehrvideos) auch Kleingruppenübungen, Gruppendiskussionen und Gruppenarbeit zum Einsatz.

Modul 8: Behandlung von chronischer PTBS – TV-KVT

mit Patrick Fornaro (2 Tage)

Die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT) ist ein evidenzbasiertes Verfahren zur Behandlung einfacher und komplexer posttraumatischer Belastungsstörungen im Kindes- und Jugendalter. Im Vertiefungsseminar werden die Methoden der TF-KVT vertieft und ergänzt, wo nötig wiederholt. Das besondere Augenmerk liegt auf der Arbeit mit Jugendlichen ab 14 Jahren sowie komplexen Konstellationen (mehrfache Traumatisierung, starke Symptombelastung und Probleme der Affektregulation, Fluchterfahrung, traumatischer Verlust nahestehender Personen).

Grundkenntnisse und Praxiserfahrung mit der TF-KVT werden vorausgesetzt. Es besteht die Möglichkeit, eigene Fälle der Teilnehmenden zu besprechen.

Modul 9: Behandlung von chronischer PTBS – TST

mit Dorothea Weinberg (2 Tage)

In diesem Seminar wird die TbSpth explizit auf Kinder mit früher Vernachlässigung und frühen Traumaerfahrungen bezogen. Zusätzlich werden die Psychologie der Bindungsstörungen und der dissoziativen Entwicklungsstörung erarbeitet, die in bindungs- und dissoziationstherapeutische Bausteine für die Behandlung münden. Eines der häufigsten und gleichzeitig am schwersten zu begegnenden Probleme in der Behandlung dieser Kinder ist die scheinbar unvorhersehbare ungehemmte aggressive Dysregulation in Alltagssituationen. Diese wird einen Schwerpunkt darstellen, da hier über die Therapie hinaus die sehr konkrete Anleitung der Bezugspersonen vermittelt wird.

Modul 10: Selbsterfahrung, Psychohygiene, Abschlusskolloquium

mit Rose-Marie Wellek-Mestian (2 Tage)

  • Darstellung eigenen Vorgehens auf der Grundlage der vermittelten Verfahren
  • Umgang mit Grenzen / Burn-Out-Prävention für Therapeut*innen
  • Selbsterfahrung in der Arbeit mit Bezugspersonen
Teilnahmevoraussetzungen
  • berufliche Grundausbildung: Psychotherapeut*innen, klinische- und Gesundheitspsycholog*innen, Ärzt*innen
  • Voraussetzung: Absolvierung eines EMDR-Einführungsseminars 
  • Auswahl: mittels Lebenslauf und Motivationsschreiben durch die Kursleiter*innen
Zertifizierung

Um Zertifizierung ist angesucht.

Anmeldung & Informationen
Kursnummer
L9/22
Dauer
10 Module, gesamt 24 Tage
Termine
Modul 1: 26. – 28.05.2022
Modul 2: 22. – 23.09.2022
Modul 3: 18. – 19.11.2022
Modul 4: 22. – 24.02.2023
Modul 5: 24. – 25.03.2023
Modul 6: 15. – 16.04.2023
Modul 7: 28. – 30.09.2023
Modul 8: 24. – 25.11.2023
Modul 9: 02. – 03.03.2024
Modul 10: 06. – 07.06.2024

Tag 1 jeweils 10:00 – 17:30 Uhr; Folgetage 9:00 – 16:30 Uhr
Ort
Hotel Untersberg, Dr. Friedrich Ödlweg 1, 5083 St. Leonhard
Kosten
€ 4.380,– p. P. inkl. 10 % MwSt.
Ratenzahlung
drei Raten zu je € 1.460,–
1. Rate bis zum  20.05.2022, 2. Rate bis zum 20.04.2023, 3. Rate bis zum 20.03.2024
Anmeldeschluss
23.05.2022

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