Über das Seminar
Angst ist zentraler Bestandteil kindlicher und jugendlicher Entwicklung. Sie kann Schutz bieten und Orientierung geben, zugleich aber Entwicklungsprozesse hemmen und blockieren. Das Webinar vermittelt ein vertieftes Verständnis von Angst aus entwicklungspsychologischer, neurobiologischer und psychodynamischer Perspektive und geht auf Angststörungen im Kindes- und Jugendalter ein. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung tragfähiger Beziehungen als Grundlage für Regulation und Entwicklung. Vorgestellt werden beziehungsorientierte Interventionen, die Halt geben und Handlungssicherheit im professionellen Alltag stärken. Auch Schulverweigerung wird als möglicher Ausdruck von Angst reflektiert. Fallbeispiele aus der Praxis unterstützen den Transfer in die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugssystemen.
Inhalt
- Begriffsbestimmung von Furcht, Angst, Panik
- neurobiologische Grundlagen der Angst
- funktionale und dysfunktionale Aspekte von Angst
- normale Entwicklungsängste und klinische Warnsignale in Kindheit und Jugend
- klinische Einordnung: Prävalenz, Risikofaktoren und häufige Komorbiditäten
- diagnostische Orientierung nach ICD-10
- Schulverweigerung als Symptom und mögliche Folge von Angsterkrankungen
- psychodynamisches Verständnis von Angst: Objektbeziehungstheorie (Winnicott, Bion, Mahler) und Bindungsforschung (Bowlby)
- Übertragung und Gegenübertragung als diagnostische und verstehende Zugänge
- Beziehungsorientierung: Holding, Co-Regulation und Containment
- mentalisierungsbasierte Arbeit zur Förderung psychischer Funktionen und des Selbstverstehens
- familiendynamische Aspekte von Angst und gezielte Elternarbeit
- ressourcenorientiertes Arbeiten
- kreative und entwicklungsfördernde Wege im Umgang mit Angst
- Fallarbeit zur Verbindung von Theorie und Praxis
Aufbau/Methodik
Das Webinar verbindet theoretische Impulse mit praxisnahen Fallbeispielen. Fachlicher Input,
gemeinsame Reflexion und Austausch wechseln sich ab. Die Teilnehmenden werden aktiv einbezogen und in ihrem professionellen Denken und Handeln gestärkt.
Ziele
- Angst im entwicklungspsychologischen Zusammenhang verstehen
- gesunde von behandlungsbedürftiger Angst unterscheiden
- Schulverweigerung als angstbedingtes Symptom einordnen
- eigene emotionale Reaktionen reflektieren
- beziehungsorientierte Interventionen sicher anwenden
- Kinder und Jugendliche haltgebend und entwicklungsfördernd begleiten