NeuroAffektives Beziehungsmodell (NARM)- Weiterbildung zur Heilung von Entwicklungstrauma | Oktober 2019 - Februar 2021

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Zertifizierter Lehrgang in vier Modulen.
Kursnummer: L8/19

©istockphoto.com

Das NeuroAffektive Beziehungsmodell (NARM™) ist eine Weiterbildung für Psycho- und KörperpsychotherapeutInnen. NARM thematisiert Beziehungs- und Bindungstraumata und arbeitet mit frühen, unbewussten Mustern von Verbindungsabbruch, die unsere Identität, Emotionen, Physiologie, Verhalten und Beziehungen tief beeinflussen. NARM integriert sowohl einen psychodynamischen und als auch körperzentrierten Ansatz und ist ein umfassendes theoretisches und klinisches Modell für die Arbeit mit Entwicklungstraumata.

NARM basiert auf psychodynamischen Modellen wie der Bindungs- und Objektbeziehungstheorie, somatischen Modellen und Charakterstrukturansätzen, um das wechselseitige Zusammenwirken von psychologischen Themen und dem Körper zu untersuchen. NARM beschreibt einen neuen Ansatz beziehungsorientierter Arbeit im gegenwärtigen Moment im Kontext interpersoneller Neurobiologie. Es handelt sich dabei um ein ressourcenorientiertes, nicht-regressives, nicht-kathartisches und letztlich nicht-pathologisierendes Modell. Basierend auf Achtsamkeit, Reflektion und Akzeptanz unterstützt NARM eine nicht-westliche Ausrichtung im Hinblick auf die Natur der Persönlichkeit. Zu lernen, wie man gleichzeitig mit diesen verschiedenen Elementen arbeitet, ist ein grundlegender Wandel, der tiefgreifende klinische Auswirkungen auf die Heilung komplexer Traumata und die Unterstützung des persönlichen und beziehungsmäßigen Wachstums hat.

Kursziele

Im NARM Practitioner Training lernen Sie:

  • Die verschiedenen Fähigkeiten, die benötigt werden, um mit Entwicklungs- vs. Schocktrauma zu arbeiten; wann und warum Schocktrauma-Interventionen kontraindiziert sein können, wenn man mit Entwicklungstrauma arbeitet.
  • Wie man dem komplexen Zusammenspiel von Dysregulation des Nervensystems in Verbindung mit Identitätsverzerrungen begegnet, wie z.B. toxischen Scham- und Schuldgefühlen, geringem Selbstwertgefühl, chronischer Selbstverurteilung und anderen psychobiologischen Symptomen.
  • Wie man Schritt für Schritt mit frühen adaptiven Überlebensstilen arbeitet, die einst lebensrettend waren, die jedoch das aktuelle Erleben der Patienten verzerren.
  • Wann man „bottom-up", wann „top-down" und wie man mit beidem gleichzeitig arbeitet, um den besonderen Herausforderungen von Entwicklungstraumata zu begegnen.
  • Wie sie Patienten mit achtsamen und nachhaltigen Prozessen bei der Desidentifizierung von Identitätsverzerrungen unterstützen können.
  • Eine neue, kohärente Theorie für die Arbeit mit Affekten und Emotionen, die darauf abzielt, ihre psychobiologische Vervollständigung zu unterstützen.

Kursaufbau

Das NARM Practitioner Training besteht aus 4 Modulen von jeweils 5 Tagen.
Zusätzlich sind zehn Gruppensupervisionsstunden und zehn Einzelstunden mit NARM™- qualifizierten TherapeutInnen erforderlich für die Zertifizierung. Die Termine für die zusätzlichen Stunden werden individuell mit den TeilnehmerInnen vereinbart

Lehrmethoden

Alle Module beinhalten eine Kombination aus 2 komplementären Unterrichtsansätzen:

  1. Didaktisches und theoretisches Lernen: umfasst Vorträge, Frage- und Antwortzeiten, Diskussionen, Fallbesprechung und Dekonstruktion von Live-Demonstrationssitzungen und Demovideos.
  2. Experimentelles Lernen: beinhaltet Selbsterforschungsübungen, Kleingruppenaktivitäten, Rollenspiele, angeleitete Übungen zum Ausbau von Fertigkeiten und aktives Coaching in Bezug auf therapeutische Fähigkeiten.

Darüber hinaus stehen Lernangebote wie Studien- und Übungsgruppen, Einzel- und Gruppensupervision und individuelle Einzelstunden zur Verfügung.

Zertifizierung

Die Zertifizierung als NARM Practitioner  wird von Dr. Laurence Heller, NARM International ausgestellt.

Zielgruppe

Die Weiterbildung richtet sich an Menschen in psychotherapeutischen Berufen und/oder Menschen mit Zugehörigkeit zu einer der folgenden Berufsgruppen: PsychiaterInnen, ÄrztInnen, SozialpädagogInnen, PsychologInnen 

Referent

mokrus

Michael Mokrus: Studium der Anglistik, Germanistik, Politikwissenschaft & Medizin. Er leitet seit 25 Jahren körperpsychotherapeutische Aus- & Weiterbildungen, Seminare & Supervisionen. Aus- & Weiterbildungen in humanistischer Psychologie, struktureller Körpertherapie, Traumatherapie – Somatic Experiencing SE, NeuroAffektives Beziehungsmodell NARM, Integraler Somatischer Psychotherapie ISP u.a.

michaelmokrus.de

Ein dreitägiges Einführungsseminar findet im Mai 2019 statt.
Dieses ist sinnvoll, aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung.

Themenübersicht

Die Themen und der zeitliche Ablauf können vom Kursleiter geändert werden.

Modul 1

  • Die Organisationsprinzipien von NARM
  • Die theoretische Ausrichtung von NARM
  • Unterschiedliche Interventionen für die Arbeit mit Schock vs. Entwicklungstrauma
  • Das Arbeiten „top-down“ und "bottom-up“
  • Nachverfolgen des Prozesses von Kontakt und Kontaktabbruch
  • Entwicklungsprozess: Bindung & Loslösung/Individuation
  • Reframing von Bindung und Bindungsverlust
  • Modell: Die Verzerrung des Lebenskraft
  • Der Kreislauf innerer Not und der Heilungskreislauf in NARM
  • Die 5 Adaptiven Überlebensstile
  • Auf Stolz und Scham basierende Identifikationen
  • Überlebensstil Kontakt
  • Überlebensstil Einstimmung
  • Das therapeutische Modell von NARM – die 4 Säulen
  • NARM-Säule 1: Entwicklung eines therapeutischen „Vertrages".
  • NARM-Säule 2: Erkundende Fragen stellen
  • Dekonstruktion von Erfahrungen (im Sinne der Desidentifikation)
  • „Drilling Down": Ein Prozess, bei dem Annahmen in Frage gestellt und Erfahrungen geklärt werden.

Modul 2

  • Das Beziehungsmodell in NARM
  • Arbeitshypothesen bilden
  • Identifizierung des Kern-Dilemmas: Kernthemen vs. Überlebensstrategien (Verhalten, Symptome, etc.)
  • Überlebensstil Vertrauen
  • Überlebensstil Autonomie
  • Überlebensstil Liebe-Sexualität
  • NARM-Säule 3: Selbstwirksamkeit unterstützen (Handlungsmacht als Grundlage der Entwicklung des Erwachsenen-Selbst)
  • NARM-Säule 4: Spiegeln positiver Veränderungen hin zu vermehrtem Kontakt
  • Sprache in NARM

Modul 3

  • NARM-Modell für die Arbeit mit Affekten
  • Primäre vs. Standard-Emotionen
  • Emotionale Vervollständigung
  • Der psychobiologische Prozess der Scham („Scham als Verb und nicht als Substantiv"; „Scham als Prozess und nicht als Zustand")
  • Scham-, Schuldgefühle und Selbsthass
  • Die Arbeit mit Wut und Aggressionen
  • Gegenübertragung in NARM
  • Ungeklärtes Einfühlungsvermögen und Anstrengung des Therapeuten
  • Narzissmus und Vergegenständlichung des Selbst
  • Narzisstischer vs. sadistischem Missbrauch
  • Das Persönlichkeitsspektrum in NARM

Modul 4

  • Vertiefende Erforschung des Kontakt Überlebensstils: Themen, Symptome und damit verbundene Störungen
  • Das Zusammenspiel der Überlebensstile: Primäre und sekundäre Muster
  • Vertiefende Betrachtung der Dynamik um Bindung, Loslösung/Individuation, Bindungsverlust und Kerndilemma
  • Beziehungen, Paare, Intimität und Sexualität
  • Überlebensstile & die polyvagale Theorie
  • NARM & der Körper
  • Arbeiten mit Identität
  • Transgenerationales Trauma
  • Desidentifizierungsprozess
  • Freiheit von Identität
  • Posttraumatisches Wachstum
  • Resilienz: Unterstützung der Fähigkeit, zunehmende Komplexität zu tolerieren
  • Effektive Integration von NARM in die therapeutische Praxis




Anmeldung, BEWERBUNGSBOGEN & Informationen

Kursnummer: L8/19

Termine: 

Modul 1:  23.  27. Oktober 2019
Modul 2:  22. – 26. April 2020
Modul 3: 9.  13. September 2020
Modul 4: 10.  14. Februar 2021

Zeiten: jeweils von 10.00 – 18.00 Uhr, Ende am letzten Tag: 16.00 Uhr

OrtSt. Virgil Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14, 5026 Salzburg

Kosten: € 3.900,– pro Person inkl. 10 % MwSt., exkl. Verpflegung
Zusätzliche Kosten für Einzelsitzungen (€ 100,– pro Stunde) und Gruppensupervisionstermine (gestaffelt nach Gruppengröße)

Ratenzahlung:  drei Raten zu je € 1.300,–,
1. Rate bis zum 01.09.2019, 2. Rate bis zum 01.06.2020, 3. Rate bis zum 01.01.2021

Die Anmeldung besteht aus 2 Schritten:

1. Schritt: Anmeldung über das Projuventute Anmeldeformular

2. Schritt: Übersendung Ihres ausgefüllten Bewerbungsbogens und Ihres Lebenslaufs mit Foto per Mail an akademie@projuventute.at oder per Post an:

Pro Juventute Soziale Dienste GmbH
z.H. Fr. Christina Luger
Fischergasse 17
5020 Salzburg
Austria

Bewerbungsbogen als PDF zum Download

» Der Lehrgang wird vom Berufsverband Österreichischer PsychologInnen/BÖP als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß Psychologengesetz mit insgesamt 158 Einheiten (1 Einheit = 45 Minuten) anerkannt.

» Modul 1,2,3 und 4 wird als Fortbildung von ÖBVP im Ausmaß von jeweils 38 Arbeitsstunden (38 AE) anerkannt.

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