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Neue Autorität
In Familien, Schulen und Institutionen
06.10.2022
Interessierte
6 Vortragende
Online
Anmeldung & Informationen
Kursnummer
ON 07/22
Dauer
6 Module à 1,5 Stunden
Termine
Modul 1: Do, 06.10.2022
Modul 2: Do, 13.10.2022
Modul 3: Do, 20.10.2022,
Modul 4: Do, 27.10.2022
Modul 5: Do, 03.11.2022
Modul 6: Do, 10.11.2022
jeweils von 19:00 – 20:30 Uhr
Ort
Video-Online-Gruppentreffen auf der Plattform Zoom
Kosten
€ 290,– pro Person inkl. 10 % MwSt. inkl. Pausenverpflegung und Mittagessen
Anmeldeschluss
22.09.2022

Über das Seminar

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Gesellschaft, in der wir leben, rasant verändert. Einerseits wurden viele Barrieren und Hierarchien abgebaut und die Gewaltfreiheit in der Erziehung gesetzlich verankert, was andererseits aber auch dazu führt, dass die gesellschaftliche Ordnung ins Wanken gerät und sich neu definieren muss.

Dies hat naturgemäß auch Auswirkungen auf die Erziehung und Pädagogik, denn Autorität hat sich über eine gesellschaftliche Hierarchie definiert, die immer mehr aufbricht. Was für viele im Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu Unsicherheiten führt, ist für andere eine Chance, Autorität neu zu denken und mit neuen Mitteln zu festigen: Mit dem Fokus auf einer Beziehung ohne Hierarchie und ohne Gewalt, aber mit ganz viel Klarheit und Widerstand gegen unerwünschtes Verhalten sowie Vernetzung und gegenseitige Unterstützung.

Anstatt der Kontrolle des Gegenübers geht es nun um Selbstkontrolle, wodurch die Autorität nicht vom Gegenüber abhängig ist und sich in jeder Situation neue Handlungsalternativen eröffnen lassen.

Inhalt

Modul 1: Wozu neue Autorität? Über die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit dem Autoritätsbegriff

mit Martin Fellacher, MA, DSA

Im Einführungsvortrag setzen wir uns mit dem eigenen Bild von Autorität auseinander, mit der gesellschaftlichen Entwicklung des Autoritätsbegriffes sowie mit der Frage, wozu wir eine neue Autorität brauchen und wie diese gestaltet werden kann. Anhand der acht Handlungsebenen der neuen Autorität wird sichtbar, dass in dem Konzept eine Haltung beschrieben wird, die uns neue Blickwinkel und Vorgehensweisen eröffnet. Der scheinbare Widerspruch zwischen einer guten Beziehung und klaren Grenzen wird aufgelöst und führt am Ende dazu, dass wir uns in vielen Situationen weniger hilflos und ohnmächtig fühlen werden.

Modul 2: Neue Autorität und positive Psychologie

mit Dr. Philip Streit

Gelingende Erziehung und Führung braucht zwei Elemente: Positivität und gewaltlosen Widerstand für herausfordernde Situationen. In seinem "Stark und Positiv"-Modell verbindet Philip Streit das beste aus positiver Psychologie und neuer Autorität und stellt es anhand von konkreten Beispielen in zehn Schritten vor.

Modul 3: Neue Autorität und Mobbing

mit Karoline Amon-Dreer

Was macht Mobbing so schwer greifbar? Warum realisieren wir es erst, wenn es schon zu spät ist? Wieso reagieren wir häufig ohnmächtig?

In diesem Vortrag erfahren Sie,

  • dass man Mobbing stoppen und
  • dass das soziale Miteinander aller Beteiligten gleichzeitig verbessert werden kann.

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ermöglicht eine Handreichung, um aus dieser Ohnmacht auszusteigen und handlungsfähig zu bleiben.

Modul 4: Neue Autorität und systemische Traumapädagogik

mit Dr.in Angela Eberding

In der Jugendhilfe, in Schule und Beratungsstellen zeigen Kinder und Jugendliche traumabasiertes destruktives Verhalten (und das nicht erst seit so viel minderjährige unbegleitete Geflüchtete betreut werden). Typisch sind zum Beispiel Verweigerungsverhalten, soziale Isolierung, körperliche Unruhe oder Gewalt. Gefühle, die hinter diesem Verhalten stecken können, sind Wut, Angst, Unsicherheit oder Misstrauen.

Um derartige psychotraumatische Reaktionen zu erkennen und ihnen adäquat zu begegnen, benötigen Erziehungsverantwortliche traumaspezifisches Wissen sowie eine Haltung von Beharrlichkeit und Ausdauer. Dies ermöglicht ihnen, den Kindern und Jugendlichen Schutz, Sicherheit, Respekt und Anerkennung zu bieten und damit einen Raum, um ihre traumatischen Erlebnisse in ihren Alltag zu integrieren.

Nach einem kurzen Blick in die Traumapädagogik wird dargestellt, in welchem Maße Coaching auf der Basis der neuen Autorität Erziehungsverantwortliche, Berater*innen und Therapeut*innen dabei unterstützt, traumatisierten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ein posttraumatisches Wachstum zu ermöglichen.

Modul 5: Neue Autorität und NeuroDeeskalation

mit Dr. Christoph Göttl

NeuroDeeskalation ist eine Methode, welche die Erkenntnisse der Neurobiologie, Bindungstheorie, Traumatheorie und der Körperpsychotherapie auf den Spezialfall Eskalation anwendet. Die Methode ergänzt bindungsorientierte und traumabasierte Ansätze sowie die Methoden der neuen Autorität bzw. der Psychologie des gewaltfreien Widerstands (NVR psychology).

Haim Omer entlastet uns durch seine Idee zu handeln, wenn das Eisen kalt ist. In der NeuroDeeskalation ergänzen wir diese Idee durch Möglichkeiten, was wir tun können, während das Eisen heiß ist. 

Die Teilnehmer*innen

  • beginnen, den Sinn hinter Eskalationen zu verstehen und beginnen,  Eskalationen für Bindungsaufbau und -vertiefung zu nutzen
  • erkennen, dass ihre eigene Emotionsregulation einen Schlüssel im Ablauf von Eskalationen darstellt; mit diesem Schlüssel können Eskalationen verhindert, unterbrochen  und stark abgeschwächt werden
  • entwickeln ihre professionelle Haltung durch gefühltes Verstehen für Eskalationssituationen weiter; aus Hilflosigkeit wird Chance
Modul 6: Neue Autorität und psychiatrische Diagnosen

mit Dr.in Michaela C. Fried

Ärzte sind nicht mehr die Götter in Weiß – geschützt in der Aura des Berufsgeheimnisses. Das Bild der "Alten Ärzte- Autorität" hat ausgedient und wird von mündigen Patient*innen nicht mehr akzeptiert. Das gilt umso mehr für psychiatrische Patient*innen und ihre Eltern.

Der Psychiatrie ist die medikamentöse Therapie vorbehalten, entsprechend behandelt sie Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrome mit Stimulanzien, Impulsdurchbrüche mit Neuroleptika, Stimmungsschwankungen mit moodstabilizer und Depressionen mit Antidepressiva – mit oft unzureichendem Erfolg. Anhand des ICD 10 Diagnoseschemas zeigt sich, dass das Konzept der neuen Autorität bei sehr vielen Krankheitsbildern in der Psychiatrie eine wertvolle Bereicherung ist.

Vor allem Kindern mit externalisierenden Verhaltensweisen, aber auch jene mit internalisierend-externaliserenden Mischbildern profitieren von der Unterstützung, die aus der neuen Autorität kommt. Die Stärke der neuen Autorität liegt in ihrer Klarheit und relativ einfachen Umsetzbarkeit für alle, denen Kinder anvertraut sind.

Die psychiatrische Behandlung ist Teil des Netzes. Lehrer und Eltern fühlten sich wertgeschätzt, eingeladen und informiert zu sein. Mit Zustimmung des Kindes wird auch dessen Psychotherapeut*in eingebunden. Auch mit der neuen Autorität können wir nicht alle Krankheiten erfolgreich therapieren, aber es geht in der Kinderpsychiatrie auch nicht mehr ohne neue Autorität.

Karoline Amon-Dreer
  • Sonderpädagogin
  • Sonderschul- und Sprachheillehrerin
  • Motopädagogin
  • SI-Pädagogin® (sensorische Integration) nach Ulla Kiesling
  • systemische Coachin für Neue Autorität
  • Gründerin von Netzwerk Kolibri
Dr.in phil. Angela Eberding
  • Mitarbeiterin am Pädagogischen Instituts für Neue Autorität (PINA)
  • Diplompädagogin
  • systemische Familientherapeutin
  • Supervisorin 
  • systemische Elterncoachin (IFW)
  • systemische Traumapädagogin
Martin A. Fellacher, MA, DSA
  • Leiter des Instituts PINA | Praxis und Innovation – Neue Autorität
  • langjährige Erfahrung als Sozialarbeiter und Führungskraft im Kontext von Interkulturalität, Sucht, Gesundheit, Männerarbeit, Familie und Jugend
  • Trainer, Vortragender und Seminarleiter
  • Erwachsenenbildner
  • Personal- und Kompetenzentwickler
  • Arbeitsschwerpunkte: Neue Autorität, interkulturelle Sozialarbeit, Neue Medien, Elterncoaching
Dr.in Michaela C. Fried
  • Fachärztin für Kinderheilkunde sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Psychotherapeutin
  • Elterncoach und Schultrainerin für Neue Autorität
Dr. Christoph Göttl
  • Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Arzt für Allgemeinmedizin
  • Psychotherapeut (Katathym Imaginative Psychotherapie)
  • Paartherapeut
  • Deeskalationsmanager
  • Supervisor, Führungskräfte-Coach
Dr. Philip Streit
  • klinischer & Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut
  • Leiter des Instituts und der Akademie für Kind, Jugend und Familie in Graz
  • Supervisor
  • Lebens- und Sozialberater
  • Lehrtrainer Positive Psychologie
  • Lehrtrainer Neue Autorität
Anmeldung & Informationen
Kursnummer
ON 07/22
Dauer
6 Module à 1,5 Stunden
Termine
Modul 1: Do, 06.10.2022
Modul 2: Do, 13.10.2022
Modul 3: Do, 20.10.2022,
Modul 4: Do, 27.10.2022
Modul 5: Do, 03.11.2022
Modul 6: Do, 10.11.2022
jeweils von 19:00 – 20:30 Uhr
Ort
Video-Online-Gruppentreffen auf der Plattform Zoom
Kosten
€ 290,– pro Person inkl. 10 % MwSt. inkl. Pausenverpflegung und Mittagessen
Anmeldeschluss
22.09.2022

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