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19.-20.06.2017 | Frühes Entwicklungstrauma und Berührung

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Ein Workshop mit Michael Mokrus zum Thema "Frühes Entwicklungstrauma und Berührung".
Kursnummer: WS 15/17

Michael Mokrus

Neurowissenschaftler haben in den letzten Jahren die Bedeutsamkeit der Selbst- und Affektregulierung ausgiebig erforscht. Wir gehen heute davon aus, dass eine der folgenreichsten Konsequenzen schwieriger Bindungserfahrungen in der frühen Kindheit mangelnde autonome und emotionale Selbstregulierungsfähigkeit ist. Überwältigende Erfahrungen beeinträchtigen die Regulierung autonomer Funktionen wie Atem, Schlaf, Puls, Blutdruck, Verdauung und die Fähigkeit, unsere Gefühle zu regulieren.

Selbstregulation heißt in einfachen Worten, dass wir unsere körperlichen Bedürfnisse spüren können und in stressbelasteten Zeiten gesunde Möglichkeiten haben, diesen Stress abzubauen. Affektregulation ist die Art, wie wir mit unseren Gefühlen (Traurigkeit, Wut, Freude, Angst etc.) umgehen. Für unser Wohlbefinden ist es von grundlegender Bedeutung, dass wir positive wie negative Emotionen, die wir erleben, bewältigen können, ohne aus der Bahn geworfen zu werden.

Haben wir diese Fähigkeiten aufgrund von einem »Zuviel« oder »Zuwenig« an Regulation durch die Umwelt z. B. durch andauerndes Nicht-Eingestimmtsein, Vernachlässigung oder Missbrauch in frühen Entwicklungsphasen nicht entwickeln können, reagieren wir mit hohem Stress im Nerven- und Organsystem, muskulären Verspannungen sowie dissoziativen Prozessen wie Taubheitsgefühlen, Abspaltung und Fragmentierung.

Dieses Seminar vermittelt, wie bedeutsam Berührung beim Erlernen von Selbstregulierung zu Beginn unseres Lebens ist und welche positive Rolle sie bei der Heilung von Traumata spielt. Die TeilnehmerInnen lernen einführende Werkzeuge, um Berührung in ihrer jeweiligen Praxis anzuwenden.

Schwerpunkte des Seminars

  • Die Auswirkungen von entwicklungsbedingtem Trauma auf Körper und Nervensystem
  • Emotionen und die Prinzipien der Affektregulierung und somatischen Achtsamkeit
  • Intentionale Berührung als interaktives Experiment: gesunde Grenzen, Stabilität, Kohärenz, Organisation
  • Begleitung der Wiederanbindung an unsere Lebenskraft bei frühen Entwicklungsdefiziten und Abbau von nicht aufgelöstem Stress

Zielgruppe

PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, PädagogInnen, SozialarbeiterInnen, Körper- und TraumatherapeutInnen.

Michael Mokrus

  • Studium der Anglistik, Germanistik, Politikwissenschaft und Medizin
  • Leitet seit 25 Jahren körperpsychotherapeutische Aus- und Weiterbildungen, Seminare und Supervisionen
  • Aus- und Weiterbildungen in humanistischer Psychologie, struktureller Körpertherapie, Traumatherapie – Somatic Experiencing SE, NeuroAffektives Beziehungsmodell NARM, Integraler Somatischer Psychotherapie ISP u. a.

Zur Homepage von Michael Mokrus ...



Anmeldung & Informationen

Kursnummer: WS 15/17

Dauer: 2 Tage
Mo, 19.06.2017, 10.00 – 18.00 Uhr
Di, 20.06.2017, 09.00 – 17.00 Uhr

Ort: Pro Juventute, Fischergasse 17, 2. Stock, 5020 Salzburg
Kosten: 270 Euro/Person inkl. 10 % Mwst.

» Das Seminar wird durch den Berufsverband Österreichischer PsychologInnen/BÖP als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß Psychologengesetz mit 16 Einheiten (1 Einheit = 45 Minuten) anerkannt.
» Die approbierte Fortbildung wird für das Diplom-Fortbildungs-Programm der Österreichischen Ärztekammer angerechnet.
» Das Seminar wird als Fortbildung durch den ÖBVP im Ausmaß von 16 Arbeitsstunden (16 AE) anerkannt.

Zu den Teilnahmebedingungen der Pro Juventute Akademie
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