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Hier finden Sie die Beschreibungen der Workshops zur Pro Juventute Akademie Fachtagung 2018 "Komm mir (nicht zu) nahe".

BraehlerChristine-schachtner_sonjaAchtsames Selbstmitgefühl

In diesem Workshop führen Christine Brähler und Sonja Schachtner in das evidenzbasierte Mindful Self- Compassion (MSC) Programm von Germer & Neff ein. MSC wurde explizit zur Kultivierung von Selbstmitgefühl konzipiert. Selbstmitgefühl und Mitgefühl als implizite Haltung des professionellen Helfers helfen, eine freundlich-verbundene Präsenz mit uns und mit den Personen in unserer Fürsorge zu entwickeln.

Mitgefühl mit dem anderen und das gleichzeitige Verbundensein mit sich selbst in selbstfürsorgender Zuwendung kann in helfenden Berufen vor Burn-out schützen, wie neurowissenschaftliche Studien belegen. Im Workshop werden Sie angeleitet anhand von geleiteten Meditationen und Übungen eigene Erfahrungen zu machen und eine Idee davon zu bekommen, wie es sich anfühlt, sich selbst als bestem Freund zu begegnen.

Dr. Christine Brähler
Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin.

Unter anderem in Compassion Focused Therapy (CFT), Mindful Self-Compassion (MSC) Teacher Trainer international aktiv, Honorary Lecturer, University of Glasgow/GB, Vorstandsmitglied & Director of International Affairs, Center for Mindful Self-Compassion, Autorin „Selbstmitgefühl entwickeln“, Mitherausgeber „Achtsamkeit mitten im Leben“

www.selbstmitgefühl.de

DSA Sonja Schachtner
Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin.

Leitung Pro Juventute Akademie, Dipl. Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin, Qi-Gong- Lehrerin, MSC Trained Teacher, Achtsamkeitslehrerin

Otte-ChristianWurzenberger_JuliaDie Bedeutung der Zusammenhänge von biografischen Erfahrungen und Beziehungen

In diesem Workshop wollen wir die biografische Perspektive beleuchten und mit den TeilnehmerInnen herausarbeiten, wie sich Beziehungen aus der Sichtweise Einzelner (biografische Fälle) herstellen, verändern und wie sie sich Biografien gestalten.

Auf der Grundlage des empirischen Materials unserer Studie wollen wir uns an eine Analyse der institutionellen sowie familiären und persönlichen (Peer)Beziehungen herantasten. Im Fokus stehen auf der einen Seite die Beziehungsangebote der Institution und andererseits die erlebten Beziehungen in den Familien bzw. außerhalb der Institution. Ein Einblick in die Forschungsmethode der Narrationsanalyse wird ebenso Teil des Workshops sein wie individueller Austausch in Form von Gruppen- und Einzelarbeit.

Die TeilnehmerInnen können so ihre eigene professionelle Tätigkeit reflektieren, ihr theoretisches Hintergrundwissen erweitern und an Ihre Erfahrungen mit Biografiearbeit anknüpfen.

Christian Otte, BA
Studium der Erziehungswissenschaft, Universität Salzburg, tätig als Sozialpädagoge wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt »Biografische Bildungserfahrungen von Care-Leavern« bei Prof. Dr. Birgit Bütow.

Julia Wurzenberger, MA
Kindergartenpädagogin, Studium der Erziehungswissenschaft, Universität Salzburg, arbeitet mit SchülerInnen mit Migrationsgeschichte - Projektkoordinatorin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt »Biografische Bildungserfahrungen von Care-Leavern« bei Prof.Dr. Birgit Bütow.

www.uni-salzburg.at

Volmer-Jan»Da musst du dich doch nicht schämen!«

In der pädagogischen Arbeit kommt uns manchmal das Gefühl für die Schamgrenzen unserer Klienten abhanden. Diese These leite ich aus verschiedenen Beobachtungen aus dem Feld der Kinder- und Jugendhilfe ab, von denen ich in dem Workshop exemplarisch vier zur Diskussion stellen möchte.

Es geht dabei um Entblößung und Entblößt-Werden, Beschämung und Beschämt-Werden – und darum, was wir tun können, um solche Situationen, in denen ein Gesichtsverlust droht, vielleicht doch noch zu einem guten Ende zu führen. Die gern benutzte Formel »Da musst du dich doch nicht schämen!« jedenfalls ist da meistens fehl am Platz.


Dr. phil. Jan Volmer
Dr. phil., Diplompädagoge, Leitung des Main-Tauber-Instituts und des pädagogisch-therapeutischen Bereichs der Jugendhilfe Creglingen e.V., Systemischer Therapeut und Berater (SG), Durchführung von Weiterbildungen in »Traumapädagogik und traumazentrierter, Fachberatung (DeGPT / Bundesverband Traumapädagogik)«

www.main-tauber-institut.de

Michael-MokrusGesunde Grenzen und Kontakt

Um wirklich in Beziehung mit anderen Menschen treten zu können, müssen wir uns selbst spüren, unsere Bedürfnisse wahrnehmen und mit unseren Grenzen in Kontakt sein. Erst dann können wir unterscheiden, was zu uns und was zum anderen gehört, und echte Begegnung wird möglich.

Grenzverletzungen infolge von traumatischen Erlebnissen führen zu einem tiefgreifenden Verlust des Gefühls von Sicherheit und Vertrauen zu uns selbst, zu anderen und zur Welt. Die Wiederherstellung gesunder Grenzen ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass unser Nervensystem wieder zu kreativer Selbstregulation zurückfinden kann.

Gesunde Grenzen geben ein Grundvertrauen in die eigene Sicherheit und bringen uns ein Gefühl des Wohlbefindens. Sie sind flexibel und verändern sich der Situation entsprechend von Augenblick zu Augenblick. Wir können mit ganzem Herzen »ja« oder »nein« sagen und verfügen über all die vielfältigen Möglichkeiten dazwischen. Wir können uns empfänglich öffnen und in Beziehung treten und uns auch schützend verschließen, um psychische oder physische Verletzung fernzuhalten.


Michael Mokrus
Studium der Anglistik, Germanistik, Politikwissenschaft & Medizin. Er leitet seit 25 Jahren körperpsychotherapeutische Aus- & Weiterbildungen, Seminare & Supervisionen. Aus- & Weiterbildungen in humanistischer Psychologie, struktureller Körpertherapie, Traumatherapie – Somatic Experiencing SE, NeuroAffektives Beziehungsmodell NARM, Integraler Somatischer Psychotherapie ISP u.a.

michaelmokrus.de

Link-Anja»Nimm mich mit, egal wohin du gehst« – die Borderline-Beziehungsdynamik besser verstehen

Unberechenbares selbstverletzendes Verhalten oder Hochrisikoverhaltensweisen bei Borderline-Klienten können bewirken, dass Sie sich Sorgen machen. Wenn es Ihrem Klienten gelungen ist, dass Sie sich auch über die Dienstzeiten hinaus um ihn zu sorgen, hat er erreicht, dass Sie ihn in ihr Leben mitnehmen. Dieses »sich sorgen« kann eine Form der Beziehungsgestaltung sein für Klienten, die gleichzeitig Nähe und Abstand suchen. Nicht selten liegt dieser Ambivalenz eine Bindungsstörung zugrunde, die den Borderline-Betroffenen in seiner späteren Beziehungsgestaltung prägt. Diese wird sich auch in professionellen Kontakten immer wieder in einer schwierigen Beziehungsdynamik widerspiegeln; es handelt sich um ein Abbild der erlebten Beziehungserfahrungen. Das zu verstehen, ist der Schlüssel zur Veränderung.

Im Workshop werden verschiedene zunächst schwer nachvollziehbare Beziehungsdynamiken, die im Kontakt mit Borderline-Klienten entstehen können, beleuchtet. Die Referentin kennt beide Seiten aus eigener Erfahrung und wird durch den dialogischen Austausch mit den TeilnehmerInnen zum besseren Verstehen beitragen und Möglichkeiten der Auflösung erarbeiten.


Anja Link
Diplomsozialpädagogin (FH), Leitung Borderline-Trialog Informations- und Kontaktstelle Nürnberg, Freie Mitarbeit Krisendienst Mittelfranken, Eigene Erfahrungen mit Borderline

www.borderlinetrialog.de

hauser-sonjaSexuelle Grenzüberschreitungen in pädagogischen Institutionen

Wo Erwachsene, Kinder und Jugendliche zusammenarbeiten und/oder zusammenleben, können sexuelle Übergriffe verschiedenster Form und in unterschiedlicher Schwere passieren – zwischen Kindern, zwischen Kindern und Jugendlichen, zwischen Erwachsenen und Kindern. Im Workshop reflektieren wir den pädagogischen Alltag, sammeln und erkennen wir unterschiedlichste Grenzverletzungen und differenzieren und beurteilen diese basierend auf dem Verständnis kindlicher, jugendlicher und erwachsener Sexualität.

Außerdem befassen wir uns mit Interventionsmöglichkeiten sowie sexualpädagogischen Haltungen und Rahmenbedingungen, die diskriminierungsfreien und schützenden Raum schaffen können.


Dipl.-Päd. Sonja Hauser
Beratungslehrerin, Montessoripädagogin, Sexualpädagogin.

Verhaltensauffälligenpädagogin, Referentin für sexualpädagogische Themen im nationalen und internationalen Raum, Leiterin div. sexualpädagogischer Lehrgänge.

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